“Zu Lasten der Kolleginnen und Kollegen”

Vertreter von Gewerkschaften und Kirchen haben den Vorstoß von FDP-Chef Christian Lindner kritisiert, der mit mehr verkaufsoffenen Sonntagen die Wirtschaft ankurbeln will. Das Einkommen vieler Menschen sei durch Kurzarbeit geschrumpft, sagte Verdi-Handelsexperte Orhan Akman dieser Zeitung. Kunden könnten “den Euro nur einmal ausgeben”.

Bild von Paul Brennan auf Pixabay
Lindner hatte gefordert, dass zur Belebung der Konjunktur in der Corona-Krise das Verkaufsverbot an Sonntagen gelockert werden solle. “Mir würde schon reichen, wenn die Kommunen an zwölf Sonntagen im Jahr die Geschäfte öffnen könnten”, sagte er der Funke-Mediengruppe. “Wenn uns das rechtssicher gelingt, ohne dass die Kommunen eine Klage der Gewerkschaften fürchten müssen, wäre schon viel erreicht.” Seit vielen Jahren schon versuchen die Liberalen, in immer wieder neuen Anläufen das weitgehende Verkaufsverbot an Sonntagen zu kippen.
Verdi-Experte Akman nennt zwei Gründe, warum er gegen weitere Sonntagsöffnungen ist: So gehe eine Ausweitung der Öffnungszeiten “zu Lasten der Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund der Pandemie ohnehin besonderen Belastungen ausgesetzt sind”. Außerdem profitierten nur “finanzstarke Konzerne”.
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