Kaufland übernimmt Real.de

Die Schwarz-Gruppe verstärkt ihre Aktivitäten im OnlineGeschäft: Der Internet-Marktplatz real.de geht an die Neckarsulmer und soll künftig von Kaufland betrieben werden.

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Noch ist der Verkauf des Lebensmittelhändlers Real von Metro an die SCP-Gruppe nicht vollzogen, ein erstes Stück des Kaufland-Wettbewerbers Real hat sich die Schwarz-Gruppe aber schon gesichert: den Online-Marktplatz Real.de, den Metro im Paket mit den 279 Real-Filialen abstößt. Die Plattform soll künftig von Kaufland betrieben werden. Perspektivisch sei die Weiterführung des OnlineMarktplatzes unter dem Namen Kaufland als Teil des Digitalgeschäfts der Schwarz Gruppe geplant, heißt es. Real.de gehört zu den größten Online-Marktplätzen in Deutschland. Für die Kunden von real.de und die Händlern, die den Marktplatz nutzen, soll sich zunächst nichts ändern. Angebote und Dienstleistungen sollen weiterhin wie gewohnt zur Verfügung stehen. Die Online-Plattform soll das stationäre Geschäft der Schwarz-Gruppe ergänzen und das Angebot für Kunden und Handelspartner ausweiten. „real.de ist ein wesentlicher Baustein unseres künftigen Angebots. Die Kombination aus stationärem Geschäft und Online-Handel wird uns zusätzliche Möglichkeiten eröffnen“, erklärt Rolf Schumann, Vorstand Digitalisierung der Schwarz Gruppe. „Damit ergeben sich auch neue Vorteile für unsere Kunden.“ Nach LZ-Informationen hatten zuletzt insbesondere osteuropäische Landesgesellschaften von Kaufland auf einen Einstieg ins Online-Geschäft gedrängt. Mit der Schließung des Lieferdienstes Ende 2017 hatte sich Kaufland aus dem Online-Handel zurückgezogen.

Der Übergang des Digitalgeschäfts an die Schwarz-Gruppe steht unter dem Vorbehalt des Abschlusses des Erwerbs von Real durch SCP und der kartellrechtlichen Genehmigung. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Die Forderung von SCP soll sich durch die Corona-Krise und den damit verbundenen Boom im E-Commerce-Geschäft nach LZ-Informationen allerdings erhöht haben.