Hetze rettet keinen Arbeitsplatz

Der Sozialplan kam auf Basis der Mitbestimmung des Betriebsverfassungsgesetzes und damit auf Basis der Mitbestimmung der Arbeitnehmer zustande. 242 Betriebsratsgremien, von den Arbeitnehmern gewählte Interessensvertreter, haben den Gesamtbetriebsrat, mit der Mehrheit ihrer Stimmen, gemäß §50 Abs. 2 beauftragt ein Sozialplan zu verhandeln und abzuschließen. Der Gesamtbetriebsrat hat dann genau das getan, wofür er beauftragt wurde, nämlich mit dem Arbeitgeber einen Sozialplan zu verhandeln. Das Verhandlungsergebnis wurde dann im Anschluss vom Gesamtbetriebsrat, mit der Mehrheit seiner Stimmen, nach Beratung, beschlossen. Also was genau wurde hier ohne Mitbestimmung gemacht? Der Sozialplan der jetzt für 242 Märkte gilt, ist im Grunde besser als die zuletzt abgeschlossen Sozialpläne in den letzten Schließungsmärkten und sicherlich auch besser, als zukünftig abgeschlossene Sozialpläne bei real. Einen besseren Sozialplan hätten die Betriebsräte, wenn sie alleine verhandelt hätten, auch nicht hinbekommen, dass gehört auch zur Wahrheit. Wer glaubt, dass bei real noch Sozialpläne mit 24 Monatsbruttogehälter zu holen sind, der ist sich der Lage der real GmbH nicht bewusst. Das Unternehmen real ist, so hart es auch klingt, am Ende und wird in 2 Jahren nicht mehr existieren. Jetzt gilt es zu versuchen das bestmögliche für die Arbeitnehmer herauszuholen und dazu gehört dieser Sozialplan, der wie gesagt, von einem einzelnen Betriebsrat nicht besser verhandelt hätte werden können. Jetzt gegen den Sozialplan zu hetzen, rettet kein Arbeitsplatz, es verunsichert die Arbeitnehmer nur noch zusätzlich und spaltet die Belegschaft.
Dennis Walter
Betriebsrat
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